Mittwoch, 10. Februar 2010

Straßenambulanz für Obdachlose



Straßenambulanz für Obdachlose
Obdachlose Menschen sind in Rußland eine Randgruppe, der die Gesellschaft mit offener Verachtung begegnet. Gewalttätige Übergriffe durch die Bevölkerung und die Polizei, mit Körperverletzung bis hin zu Totschlag, sind keine Seltenheit und werden im Allgemeinen nicht geahndet. Obdachlose leben in den Schächten der Fernheizung, in Zelten und Bretterbuden, auf der Mülldeponie und im Stadtwald.



Von Obdachlosigkeit betroffen sind Männer und Frauen, junge und alte Menschen, Gesunde und Kranke, manchmal auch Babys und Kleinkinder.
Auch wenn in den letzten Jahren insgesamt ein deutlicher Rückgang der Anzahl der Obdachlosen festzustellen ist, so ist doch das Leben der noch auf der Straße lebenden Menschen unter sibirischen Bedingungen unvorstellbar hart und ihre Lebenserwartung sehr gering.
Ihre Reihen füllen sich jedoch immer wieder, insbesondere mit ehemaligen Heimkindern und Haftentlassenen, weil sie am schlechtesten einen Platz in der Gesellschaft finden.

Die Caritas Omsk hat seit 1997 eine Straßenambulanz für Obdachlose. In mit einem speziell eingerichteten Fahrzeug erhalten Obdachlose in der Nähe vom Bahnhof qualifizierte medizinische Hilfe, ein warmes Mittagessen, Kleidung und Beratung und erfahren Achtung und menschliche Zuwendung.

2008 wurden 476 obdachlose Menschen am Ambulanzbus versorgt. Sie erhielten:
4.307 medizinische Hilfe
15.106 Mittagessen
229 Kleidung, Schuhe
1.022 Seife
90 Weihnachtsgeschenke